Die Cloud ersetzt herkömmliche lokale Datenzentren immer schneller, aber der Nachteil ist, dass Sie sich viel stärker auf Cloud-Anbieter verlassen, um die Sicherheit Ihrer Hardware und Daten zu gewährleisten. Dennoch können Sie aufgrund des Modells der gemeinsamen Verantwortung (Shared Responsibility Model) im Cloud-Computing das Sicherheitsmanagement nicht vollständig an Ihre Cloud-Anbieter auslagern. Sie müssen auch Vorkehrungen gegen Cyberangreifer treffen, die es auf Ihr Unternehmen abgesehen haben.
Hier sind 8 einfache und spezifische Schritte, um die Sicherheit Ihrer Cloud-Infrastruktur zu erhöhen:
Fehlkonfigurationen in der Cloud erkennen: Fehlkonfigurationen in der Cloud treten auf, wenn ein Benutzer Cloud-Dienste falsch einrichtet oder Einstellungen festlegt, die keine ausreichende Sicherheit für die in der Cloud gespeicherten Daten bieten. Ein falsch konfigurierter Amazon Web Services S3-Bucket könnte beispielsweise dazu führen, dass kritische Daten öffentlich zugänglich werden. Fehlkonfigurationen in der Cloud sind wohl die Hauptursache für Datenlecks in der Cloud. Und in den meisten Fällen ist es nur eine einzige Fehlkonfiguration, die zum Datenleck führt. Diese Herausforderung wird durch das Modell der gemeinsamen Verantwortung, das dem Cloud Computing innewohnt, noch erschwert.
Es sollten regelmäßige und umfassende Sicherheitsprüfungen der Cloud-Infrastruktur durchgeführt werden, damit diese Fehlkonfigurationen behoben und Schwachstellen erkannt werden können. Eine effektive Benutzerschulung kann Fehlkonfigurationen in der Cloud verhindern.
Penetrationstests durchführen: Es ist immer besser, wenn Sie sich selbst hacken, bevor ein Angreifer dies für Sie tut. Sie sollten die Sicherheit Ihrer Cloud-Infrastruktur durch die Simulation eines Cyberangriffs bewerten. Dadurch können Schwachstellen aufgedeckt werden und Sie können den Sicherheitsstatus Ihrer Organisation erfassen.
Verwenden Sie ein Sicherheits-Framework wie MITRE ATT&CK oder NIST: Ein Sicherheits-Framework wie MITRE ATT&CK oder NIST kann die dringend benötigte Struktur für die Erstellung einer Sicherheitsstrategie bieten. Während das ATT&CK-Framework Sie über die verschiedenen Arten von böswilligem Verhalten informiert, vor denen Sie auf der Hut sein sollten, bietet das NIST-Framework effektive Richtlinien zur Überwachung, Identifizierung und Behebung von Vorfällen.
Erhalten Sie Einblick in alle Cloud-Aktivitäten: Die meisten Unternehmen auf der ganzen Welt haben eine Multi-Cloud-Strategie eingeführt, bei der sie Cloud-Dienste von mehreren Anbietern nutzen. Dadurch können sie ihre Ressourcen, Daten, Anwendungen und ihren Speicher auf mehrere Hosting-Umgebungen verteilen.
Eine Multi-Cloud-Strategie hat zwar Vorteile, erschwert es Ihnen aber auch, zu jedem Zeitpunkt zu überwachen, was in der Cloud passiert. Eine effektive SIEM-Lösung (Security Information and Event Management), die die von allen Cloud-Plattformen gesammelten Informationen zentralisiert und Sicherheitsanalysten im Falle eines Zwischenfalls benachrichtigt, ist von entscheidender Bedeutung. Es sollten auch Techniken zur Erkennung von Anomalien eingesetzt werden, um ungewöhnliche Aktivitäten von Benutzern auf jedem Host zu beobachten.
Minimieren Sie Risiken durch starke Authentifizierung und Autorisierung: Implementieren Sie strenge Identitäts- und Zugriffsverwaltungskontrollen, um sicherzustellen, dass nur autorisierte Personen Zugriff auf Ressourcen im Netzwerk haben. Das Prinzip der geringsten Privilegien sollte befolgt werden, und das Zero-Trust-Sicherheitsmodell, welches Vertrauen als Schwachstelle betrachtet, sollte ebenfalls in die Praxis umgesetzt werden. Just-enough-access, just-in-time access und Multi-Faktor-Authentifizierung sollten ebenfalls implementiert werden, um die Sicherheit zu erhöhen.
Sperren Sie IP-Adressen, die mit verdächtigem Verhalten in Verbindung stehen: Mit den richtigen Tools für Bedrohungsinformationen können Sie vor bevorstehenden Angriffen gewarnt werden. Sie können sich über bösartige URLs, IPs und Domains informieren, die auf das Netzwerk Ihrer Organisation abzielen könnten, und die erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um sie zu blockieren.
Einführung eines Cloud Access Security Broker: Ein Cloud Access Security Broker (CASB) ist ein Mechanismus zur Richtlinienkontrolle und Cloud-Transparenz, der zwischen den Cloud-Service-Nutzern und den Cloud-Anwendungen angesiedelt ist. Diese Software überwacht alle Aktivitäten, die Benutzer in der Cloud ausführen, und setzt auch Sicherheitsrichtlinien durch. Der CASB kann entweder eine lokale Bereitstellung oder eine Software-as-a-Service-Anwendung sein. Ein CASB kann einem Unternehmen dabei helfen, alle Benutzeraktivitäten in der Cloud zu überwachen.
Wenn ein CASB in eine SIEM-Lösung integriert ist, kann ein Sicherheitsanalyst für eine Untersuchung einen tieferen Kontext der Cloud-Aktivitäten eines Benutzers erhalten.
Schulen Sie Ihre Mitarbeiter, damit Sicherheit zur Priorität wird: Mitarbeiter sollten regelmäßig geschult werden, um sicherzustellen, dass sie nicht Opfer einer Kontokompromittierung werden. Es kann notwendig sein, Ihre Mitarbeiter mindestens einmal alle sechs Monate zu schulen.